Dieses Video wurde am 9. Dezember 2025 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Anne Bredemeiers Kampf gegen die Magersucht begann schleichend. Seine Geschichte zeigt, wie Essstörungen bei jungen Männern oft übersehen werden und welche Wege aus der Krankheit führen können. Frühe Intervention ist entscheidend.
Anne Bredemeier hungerte sich auf unter 40 kg herunter, ein Zustand, in dem er körperlich und psychisch außer Kontrolle geriet. Der Wendepunkt kam mit der Diagnose: Lebensgefahr. Mit 11 Jahren begann seine Krankheit, anfänglich durch Reduktion der Nahrungsmenge, später durch zwanghaften Sport. Seine Eltern erlebten eine Zeit der Ohnmacht, als Anne normale Mahlzeiten verweigerte und immer weiter abnahm. Verzweiflung und Kampf prägten diese Phase.
„Die Störung gibt Halt, wenn alles wacklig ist. So krank es ist, ich konnte mich darauf verlassen. Das waren die Leitplanken durch den Tag.“
Nach einem Klinikaufenthalt und einer kurzen Besserung, begann Anne sich erneut unter Druck zu fühlen, sich mit anderen zu vergleichen und Leistung zu erzwingen. Heimliche Workouts um 3 Uhr nachts wurden zur Routine, soziale Beziehungen litten. Sein Freund Jan Wulbrand erlebte den Rückzug hautnah mit, gemeinsame Unternehmungen und Mahlzeiten wurden zur Seltenheit. Annes Kombination aus Hungern und Sport ist typisch, wird aber oft als extreme Sportlichkeit fehlgedeutet.
Professor Georgius Paslakis betont, dass Männer mit Essstörungen oft ein Muskularitätsideal anstreben, beeinflusst durch soziale Medien und Fitnessinfluencer. Mark Fena, ein Influencer, warnt vor den Gefahren, da er selbst betroffen war. Anne kompensierte Selbstzweifel durch extreme Leistung, doch der Energiemangel führte zur Schwäche. Es folgte eine Odyssee durch Kliniken, bis die lebensbedrohliche Diagnose zur Selbstreflexion zwang.
In einer Wohngruppe lernte Anne einen gesunden Umgang mit Essen und fand zurück ins Leben. Er arbeitet nun als Persönlichkeitscoach und Botschafter für die Werkstatt Lebenshunger, um Schüler aufzuklären. Seine Erfahrungen teilt er in einem Modul, das den stillen Kampf gegen Essstörungen thematisiert. Stefanie Lahusen betont die Bedeutung der Identitätsbildung und die tieferliegenden Probleme hinter der Symptomebene. Mit seinem Würfel als Denkanstoß möchte Anne andere Betroffene erreichen.




