Merz in Israel: Differenzen bei Zwei-Staaten-Lösung

Dieses Video wurde am 7. Dezember 2025 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Kanzler Merz besuchte Israel als erster hochrangiger Europäer. Die Gespräche mit Netanjahu zeigten deutliche Meinungsverschiedenheiten, besonders bei der Zwei-Staaten-Lösung. Trotzdem betonten beide Seiten die Bedeutung der Zusammenarbeit.

Der Besuch des deutschen Kanzlers in Israel begann mit einem Treffen mit Ministerpräsident Netanjahu. Dabei wurden unterschiedliche Ansichten über die Zukunft der Palästinenser deutlich. Merz betonte das Recht Israels auf Selbstverteidigung, mahnte aber gleichzeitig zur Einhaltung des Völkerrechts. Die Frage der Zwei-Staaten-Lösung erwies sich als zentraler Streitpunkt. Netanjahu äußerte sich skeptisch und sieht in einem palästinensischen Staat eine Bedrohung für Israel. Dennoch betonten beide die Notwendigkeit eines offenen Dialogs.

Trotz unterschiedlicher Ansichten über die Zwei-Staaten-Lösung betonten beide Seiten die Wichtigkeit, nach den Traumata des Krieges das Fundament für eine neue Ordnung in der Region zu legen.

Merz appellierte an Netanjahu, Verhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel und Palästina aufzunehmen. Eine Anerkennung Palästinas solle jedoch erst am Ende dieses Prozesses stehen. Netanjahu hingegen sieht darin kein Thema und argumentiert, dass ein palästinensischer Staat den einzigen jüdischen Staat zerstören wolle. Trotz der Meinungsverschiedenheiten zeigten sich beide Seiten optimistisch hinsichtlich der zweiten Phase des US-Friedensplans für Gaza, die die Entwaffnung der Hamas vorsieht. Aktuell wartet Israel noch auf die Herausgabe der Leiche eines verschleppten Polizisten.

Am Morgen besuchte Kanzler Merz die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Sichtlich ergriffen betonte er die deutsche Verantwortung für die Verbrechen der Nazis. Deutschland müsse für die Existenz und die Sicherheit Israels einstehen. Dies gehöre zum unveränderlichen Wesenskern der deutsch-israelischen Beziehungen und zwar für immer. Es war ein Antrittsbesuch in Israel, bei dem Merz allerdings keine Gespräche mit palästinensischen Vertretern führte.