Abgeordneten-Luxus: Business Class auf Steuerzahlerkosten?

Dieses Video wurde am 5. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Während Bürger sparen, gönnt sich der Bundestag Luxusflüge. Eine neue Regelung erlaubt Abgeordneten, ab zwei Stunden Flugzeit in der Business Class zu reisen, was für Empörung sorgt. Ist das zeitgemäß?

Der Bundestag hat heimlich eine Sparregel aufgehoben, die Economy-Flüge unter vier Stunden vorschrieb. Nun dürfen Abgeordnete ab zwei Stunden Flugzeit Business Class fliegen. Dies geschieht, während der Bundestagsetat um 120 Millionen Euro steigt. Kritiker bemängeln die Vorbildfunktion der Politiker. Die Entscheidung wird mit der Notwendigkeit, vertrauliche Dokumente bearbeiten zu müssen, begründet, doch derartige Argumente werden in Zweifel gezogen, da der tatsächliche Nutzen in Frage steht und eine Selbstbedienungsmentalität vermutet wird.

Es ist nicht die Frage des Geldes, sondern des Prinzips: Während Bürger sparen müssen, gönnen sich Abgeordnete Luxus. Das hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.

Henrik M. Broder kritisiert die Präzision, mit der die Flugregelung geändert wurde und spricht von einem „leichten Täuschungsmanöver“. Er bemängelt, dass die Begründung, Abgeordnete würden vertrauliche Unterlagen auf Flügen bearbeiten, wenig glaubwürdig ist. Viele würden stattdessen Spiele spielen oder Unterhaltungsliteratur lesen. Broder stellt auch in Frage, warum deutsche Delegationen mit 160 Teilnehmern zu internationalen Konferenzen reisen müssen, anstatt digitale Kommunikationsmittel zu nutzen.

Besonders kurios ist, dass die Grünen der neuen Regelung offenbar zugestimmt haben, obwohl sie sich sonst gegen Flugverkehr und für höhere Steuern auf teure Flugtickets aussprechen. Derartige Doppelmoral sorgt für zusätzlichen Unmut. Erinnerungen an die klimaschädliche Reise von Frau Roth nach Kiribati im Jahr 2019 werden wach. Kritiker fordern, dass die Abgeordneten sparsamer mit Steuergeldern umgehen und ihre Vorbildfunktion wahrnehmen.